Valentin Oma: Zweisprachiges Kärnten
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Als malerisches Andenken an seinen Vater entstand 1995 der fünfteilige Bilderzyklus „Kriegstagebuch meines
Vaters“, der heute die Ostwand des Oman-Saals der Universität Klagenfurt bedeckt. Inspiration und Arbeitsmaterial
für dieses Werk war das Notizbuch (Vitrine) seines Vaters Michael Oman, der zweisprachig aufwuchs,
die Volksschule absolvierte und sich den Lebensunterhalt als Maurer verdiente.

In einer Zeit, in der es in Kärnten hieß: „Kärntner, sprich deutsch!“, hat er sich als Soldat des Zweiten Weltkriegs
– wenn auch nur fragmentarisch – um mehrsprachige Kommunikation bemüht. Eingesetzt im Kriegsgefangenenlager
Pusarnitz im Drautal, wo Gefangene bzw. Zwangsarbeiter verschiedener Nationen interniert
waren, hat mein Vater aus eigenem Interesse und als Autodidakt begonnen, für sich ein Wörterbuch in englischer,
italienischer, russischer und französischer Sprache zu erarbeiten. Dieses „Kriegstagebuch“ hat seinen
Platz in der Universität gefunden, die als Ort der Bildung der Mehrsprachigkeit in diesem Land Kärnten/Koroška
Bedeutung und Kontinuität gibt. Als Volksschüler habe ich nach dem Krieg aus diesem Buch die ersten
italienischen und englischen Vokabeln und das kyrillische Alphabet gelernt. (Valentin Oman)

Valentin Oman wurde 1935 in St. Stefan bei Villach geboren, studierte von 1958 bis 1962 an der Akademie
für angewandte Kunst in Wien bei Prof. Hilda Schmid-Jesser, Meisterklasse für Malerei, absolvierte 1963
einen Spezialkurs für Druckgrafik bei Prof. Riko Debenjak in Ljubljana. Valentin Oman lebt und arbeitet als
freischaffender Künstler in Wien und Kärnten.


Valentin Oman ist seit 1995 Ehrendoktor der Universität Klagenfurt. Der von ihm künstlerisch gestaltete
Veranstaltungsraum z-129 trägt seinen Namen: Oman-Saal.

 

bm, 4.4.2012


Foto: uniklu

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